Die Rauhnächte - die 12 heiligen Nächte zwischen den Jahren | MAFUMO

Die Rauhnächte - die 12 heiligen Nächte zwischen den Jahren | MAFUMO

09. June 2026

Die Rauhnächte sind eine der kraftvollsten Schwellenzeiten des Jahres – eine Zeit, in der die Menschheit seit jeher einen einfacheren Zugang zur Anderswelt hat. Eine Zeit, in der sich die Schleier zur geistigen Welt lichten. Eine Zeit, um sich mit unseren Ahnen zu verbinden – alte Muster zu lösen und loszulassen. Sich zu erden, Rückschau zu halten und sich zu reflektieren. Auf das Neue einzustimmen und dem Neuen Jahr positiv und gereinigt zu begegnen. In diesem Blog werde ich altes Wissen modern vermitteln, damit auch du deine Reise durch die Rauhnächte einfach und leicht verständlich begegnen kannst. Nach dem Motto:

gehe in dich · höre in dich · öffne dich


Was sind die Rauhnächte?

Name und Herkunft

Es gibt leider keine fundierte Überlieferung, worauf sich der Name bezieht. Der Wortteil "Rauh" oder "Rau" könnte auf das Wort "rûh" verweisen, das aus dem Mittelhochdeutschen stammt und soviel bedeutet wie "haarig". So wurden seinerzeit die fellbekleideten Wesen genannt, die in dieser Zeit umherzogen und ihr Unwesen trieben. Viel smarter finde ich die Überlieferung, die sich aus dem Wort "Rauch" ableitet – und dem Brauch, in dieser Zeit zu Räuchern. Das passt auch sehr gut zur Räuchermanufaktur.

Zeitpunkt der Rauhnächte

Auch hierzu gibt es verschiedene Ansätze. Die Rauhnächte bezeichnen die Zeitspanne, die in der Christnacht – dem Heiligabend – beginnt, also in der Nacht vom 24. Dezember und mit der letzten Rauhnacht in der Nacht zum 5. Januar endet. Das ergibt

24. Dezember – 05. Januar | 12 Nächte · 11 Tage

Den krönenden Abschluss bildet die Dreikönigsnacht – die Nacht vom 5. auf den 6. Januar – als 13. und letzte heilige Nacht. Sie steht für Segen, Abschluss und Dankbarkeit. An diesem Tag schließen sich die Tore zur Anderswelt wieder. 

Manch aber beginnt die Rauhnächte in der Thomasnacht, dem 21. Dezember – dem Tag der Wintersonnenwende, setzt dann aus und beginnt erneut am 26. Dezember. Egal wie du dein Rauhnacht-Ritual beginnst, das ändert nichts an der Kraft und Energie die in dieser Schwellenzeit herrscht. Du kannst alle Rituale und Impulse in deiner Zeitspanne für dich nutzen und dich besinnen. Die MAFUMO Rauhnacht-Box ist auf die Zeitspanne "in der Nacht vom 24. Dez. bis 5. Jan. ausgerichtet und die Karten mit Impulsen, Affirmationen und Rituale sind entsprechend aufgebaut. Du kannst unsere Karten aber auch nutzen, falls du anders zeitig dein Rauhnacht-Ritual beginnst. 

Woher kommen die Rauhnächte – die 8 keltischen Jahreskreisfeste

Die Kelten und Ihre Sonnen- und Mondfeste

Unser heutiger Kalender zählt 365 Tage. Die Kelten, die ihren eigenen Kalender hatten teilten das Jahr in 4 Sonnenfeste und 4 Mondfeste ein – diese ergeben die 8 keltischen Jahreskreisfeste, hier namentlich genannt.

IMBOLC – um den 1. Feb. | Rückkehr des Lichtes | Fest der Reinigung & Erneuerung
OSTARA – um den 20. März | Frühlings-Tag- und Nachtgleiche | Fest des Erwachens & der Erneuerung 
BELTANE – am 1. Mai | Walpurgisnacht | Fest der Fruchtbarkeit & des Lebens
LITHA – um den 21. Juni | Sommersonnenwende | Fest des Lichtes & der Fülle
LAMMAS – auch Lugnasadh, um den 1. August | Fest der Kornernte & des Dankes
MABON – um den 21. September | Herbst-Tag- und Nachtgleiche | Fest der Ernte & des Gleichgewichtes
SAMHAIN – 31. Oktober | Fest der Ahnen & der Schwelle zwischen den Welten
YULE – am 21. Dezember | Wintersonnenwende | Thomasnacht | Fest der Wiedergeburt des Lichtes

Bildlich können diese 8 Keltenfeste auf unserer Postkarte zu den Jahreskreisfesten betrachten werden
Die Kelten kamen mit Ihren Sonnen- und Mondfesten auf insgesamt 353 Tage. Die Differenz zu unseren heutigen gregorianischen, europäischen Kalender sind genau –
12 Tage – die heutigen Rauhnächte.

Räuchern & Brauchtum - in den 12 heiligen Nächten

Um genau diese 12 Nächte dreht sich alles in den Rauhnächten. Die Tore zur Anderswelt öffnen sich zur Wintersonnenwende – auch Thomasnacht genannt – in der Nacht des 21.ten Dezember. So erhalten wir ein Portal,  einen Zugang in spirituelle Regionen, um die kommenden Themen, die in jeder Nacht anstehen, zu begegnen, zu reflektieren und für sich zu lösen.

Seit jeher wurde in den Rauhnächten, auch Orakelnächte genannt, viel geräuchert. In Haus aber auch in den Ställen. Meist mit kraftvollen Kräutern wie Bartflechte (gegen Dämonen), Beifuß (Neubeginn) und wenn vorhanden auch Harze von Fichten und Kiefern. Weihrauch fand erst mit dem Christentum und dem mittelalterlichen Kirchenbrauchtum seinen Weg in die Rauhnacht-Rituale. Aber auch Weihwasser wurde verwendet, um Räume zu reinigen, zu segnen und um damit böse Geister und Hexen zu vertreiben. 

Wirkung beim Räuchern in den Rauhnächten

Nachstehende Naturstoffe wurden schon seit jeher aus der Überlieferung und Altem Wissen als Räucherstoffe verwendet. Wir nennen hier die wohl bekanntesten. Eine vollständige Beschreibung zu den Räucherpflanzen findest du in unserem Blog 99 Räucherpflanzen

Bartflechte – sehr gut geeignet zur Reinigung von Räumen Der Überlieferung nach hilft die Bartflechte sein wahres Ich zu erkennen. Der wilde, fein-herbe Duft soll Hellsichtigkeit fördern. Genau das, was in den kommenden Nächten benötigt wird.

Beifuß – altes Ritualkraut, dass schon Ötzi bei sich hatte. Beifuß ist ebenfalls stark reinigend, fördert den Prozess des Loslassen & Neubeginn. Neutralisiert negative Energien und unterstützt somit positiv Veränderungen.

Fichtenharz – der Weihrauch aus dem Wald, klärt Geist und Aura, wirkt desinfizierend und fördert die Konzentration. Geeignet für den Blick in die Zukunft und zum orakeln. 

Rainfarn – wirkt ebenfalls antibakteriell. In Kombination mit Beifuß und Fichte bildet der Rainfarn eine sehr kraftvolle Schutz- und  Reinigungsmischung zum Räuchern. Klärt den Blick in die Zukunft durch den Gedankennebel. Achtung: Rainfarn gilt als Giftpflanze. Nur für geübte Räucherer. Siehe auch Rainfarn in unserem Kräuterlexikon. 

Salz – unbehandeltes, mineralisches Salz oder auch Salz aus Meerwasser reinigt das Umfeld und unsere Atmosphäre. Schärft beim Räuchern unsere Sinne für das was kommt. Stärkt uns, macht uns Mut und hilft zielgerichtet ein Auf und Ab zu begegnen. 

Wacholder – nichts ist so bekannt wie Wacholderbeeren und Wacholdersträucher, die zum Räuchern von Räumen verwendet wurden. Er wirkt desinfizierend, vertreibt Krankheiten und Flüche. Sein Rauch stärkt uns und verbindet uns mit den Ahnen.

Lavendel – sein verführerischer Duft betört uns, desinfiziert Räume und schärft unsere Sinne, fördert Visionen und stärkt unser Selbstbewusstsein. Sein Duft besänftigt uns, wirkt friedvoll und harmonisch. Klärt die Aura von negativen Energien. 
Welche Kräuter die Energie jeder einzelnen Nacht besonders unterstützen erfährst du im Blog [Räuchern zu den Rauhnächten – Anleitung, Kräuter & Rituale]

Rauhnächte – Bedeutung

Das Wort hat seinen Ursprung der Überlieferung nach von rau, also einer ruppigen Nacht. Die Rauhnächte sind die Zeit der/des

Reinigung · Wandel · Neubeginn

Rauhnächte - die Schreibweisen

Heutzutage wäre die richtige Schreibweise Raunacht oder Raunächte. Das "h", welches sich der älteren Schreibweise bedient, wurde entfernt. Ich verwende im weiteren Text und auch bei allen MAFUMO Rauhnacht-Produkten die alte Schreibweise –

Rauhnacht | Rauhnächte

Die Sperrnächte – die Vorboten der Rauhnächte

Bevor die Rauhnächte beginnen, gibt es eine weitere, oft vergessene Schwellenzeit: die Sperrnächte. Sie umfassen die 13 Nächte in der Zeit vom 8. bis zum 20. Dezember und sind als Vorboten der heiligen Nächte zu verstehen. 

Während die Rauhnächte den Blick nach vorn richten, sind die Sperrnächte rückwärtsgewandt: Es ist die Zeit des bewussten Abschließens. Du beendest, was offen geblieben ist, bringst innere und äußere Ordnung in dein Leben und schaffst Klarheit. Alte Themen dürfen in Liebe losgelassen werden, damit Raum für Neues entstehen kann.

Man kann es sich bildlich vorstellen: In den Sperrnächten räumst du auf – in den Rauhnächten richtest du neu ein. Erst wenn das alte Jahr in Ruhe ausklingen durfte, öffnen sich zur Wintersonnenwende die Tore, und die eigentliche Reise durch die zwölf heiligen Nächte beginnt.

Alles über die Sperrnächte und wie du sie für dich nutzen kannst erfährst du im Blog [Die Sperrnächte – die vergessene Schwellenzeit]

Die 12 Rauhnächte und ihre Bedeutung – Nacht für Nacht

12 Nächte · 12 Energien · dein Ritual

Der Kreislauf der Rauhnächte ist magisch und einfach zugleich. Jede dieser Nacht steht für einen Monat des Neuen Jahres. Nach dem die Portale offen stehen – du also eine intensivere und engere Verbindung nach oben und zu deinen Ahnen hast, stehen folgende Themen in den kommenden 12 Nächten an.

1. Rauhnacht | Heiligabend | 24. / 25. Dezember | Januar

Tore zur Anderswelt stehen offen – für dich. Die erste Nacht gehört der Stille und dem Rückblick. Lass das vergangene Jahr sanft an dir vorbeiziehen – mit Dankbarkeit, ohne Bewertung. Spüre deine Wurzeln. Nimm Kontakt zu deinen Ahnen auf. 

2. Rauhnacht | 25. / 26. Dezember | Februar

Deine Innere Stimme weiß den Weg. Lass alle äußeren Stimmen los. Kein Rat von außen. Keine Erwartungen. Nur du – und das, was in dir weiß.

3. Rauhnacht | 26. / 27. Dezember | März

Dein Herz darf sich öffnen. Mitgefühl beginnt bei dir selbst. Wer sich selbst mit offenem Herzen begegnet – begegnet auch anderen so.

4. Rauhnacht | 27. / 28. Dezember | April

Wandel darf sein - bist du bereit? Transformation beginnt nicht irgendwann. Sie beginnt in dem Moment in dem du sagst: Ja. Ich bin bereit.

5. Rauhnacht | 28. / 29. Dezember | Mai

Selbstliebe darf sein. Wer sich selbst liebt läuft nicht leer. Wer sich selbst liebt

hat mehr zu geben. Fang heute Nacht damit an

6. Rauhnacht | 29. / 30. Dezember | Juni

Was darf jetzt endlich losgelassen werden? Was noch unausgesprochen ist, was noch unvergeben ist – es darf heute Nacht gehen.

7. Rauhnacht | 30. / 31. Dezember | Juli

Dein Zuhause bist du selbst. Geborgenheit kommt nicht von außen. Sie wächst in

dir – wenn du dir erlaubst wirklich bei dir zu sein.

8. Rauhnacht | 31. Dezember / 01. Januar| August

Altjahrsabend | Strahle – das neue Jahr gehört dir. Ein Jahr endet. Ein neues beginnt. Du stehst in der Mitte – gereinigt, bereit, leuchtend. Diese Nacht gehört dir.

9. Rauhnacht | 01. / 02. Januar | September

Finde deine Mitte – deinen Anker. Nicht Tempo bestimmt die Richtung. Stille tut es. Wer seine Mitte findet – findet seinen Weg.

10. Rauhnacht | 02. / 03. Januar| Oktober

Öffne dich deiner Vision. Visionen kommen nicht von außen. Sie steigen aus dir auf – wenn du bereit bist sie zu empfangen.

11. Rauhnacht | 03. / 04. Januar | November

Lass los, was dich nicht mehr trägt. Loslassen ist kein Verlust. Es ist die mutigste Form von Vertrauen.

12. Rauhnacht | 04. / 05. Januar | Dezember

Der Kreis schließt sich – du bist bereit. Blick zurück mit Dankbarkeit. Blick nach vorne mit Vertrauen. Du bist nicht mehr dieselbe Person die begann.

 

Die Nacht der 3 Könige & Dreikönigstag, 6. Januar

Tore zur Anderswelt schließen sich wieder. Dieser Tag steht für 

Segen · Abschluss · Dankbarkeit

Am heutigen Dreikönigstag darf man noch einmal kräftig Räuchern. Zum Beispiel mit einem Weihrauch aus dem Oman seine Wohnung ausräuchern zum Abschluss deiner Reise durch die Rauhnächte.

Was sollte man in den Rauhnächten vermeiden?

Vom Brauchtum her wurden in dieser Zeit unerledigte Dinge abgeschlossen. Schulden wurden bezahlt, aufgestautes erledigt bzw. repariert – und es durfte keine Wäsche hängen und auch nicht gewaschen werden. Man muss dabei wissen, dass unsere Altvorderen in einer anderen Zeit, einem anderen Rhythmus und einem anderen Glauben lebten als die meisten von uns heute. Und doch steckt in diesen alten Bräuchen eine zeitlose Weisheit.

Schulden begleichen und Kaputtes reparieren – das meint im übertragenen Sinne: Beende was offen ist. Nicht nur finanziell, sondern auch zwischenmenschlich. Ein ungeklärtes Gespräch, ein unausgesprochenes Danke, eine alte Verletzung die noch auf Heilung wartet. Die Rauhnächte sind keine Zeit für Unvollendetes – sie sind eine Zeit für Ankünfte.

Keine Wäsche waschen und aufhängen – der Überlieferung nach konnten sich die umherziehenden Geister in den nassen Tüchern verfangen und Unheil bringen. Modern betrachtet steckt darin eine klare Botschaft: Halte inne. Tue nur das Nötigste. Diese Zeit ist nicht für Alltagsgeschäfte gedacht – sie ist für dich.

Was du in diesen Nächten wirklich vermeiden solltest:

✦ Hektik und Überplanung – lass Stille zu

✦ Urteilen und Bewerten – weder dich noch andere

✦ Große Entscheidungen erzwingen – lass Erkenntnisse reifen

✦ Den inneren Impulsen nicht zu folgen – diese Zeit spricht zu dir


Abschluss der Rauhnächte

Die Rauhnächte sind kein Programm das du abarbeiten musst. Sie sind eine Einladung – an dich selbst.

Zwölf Nächte. Zwölf Chancen innezuhalten, zu spüren, loszulassen und neu auszurichten. Nicht perfekt, nicht vollständig, nicht nach Vorschrift. Sondern so, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Vielleicht zündest du eine Kerze an und räucherst. Vielleicht schreibst du einen Gedanken auf. Vielleicht sitzt du einfach still und horchst in dich hinein. All das ist richtig. All das ist genug.

Denn die Rauhnächte gehören nicht der Geschichte – sie gehören dir.

gehe in dich · höre in dich · öffne dich

 

 

 

Andreas Mittmann Kräuterpädagoge · Räucherexperte · Gründer MAFUMO Räuchermanufaktur

"Räuchern begleitet mich seit vielen Jahren – als Ritual, als Wissen, als Leidenschaft. Mit MAFUMO möchte ich altes Kräuterwissen lebendig halten und zugänglich machen."


Du möchtest die Rauhnächte bewusst und begleitet erleben? Das MAFUMO Rauhnacht-Set begleitet dich durch alle zwölf heiligen Nächte – mit Karten, Journal und Räuchermischungen, die eigens für diese besondere Zeit entstanden sind.