Labkraut wächst unscheinbar auf Magerwiesen und Böschungen – ein zarter Teppich aus leuchtend gelben, honigduftenden Blüten. Doch sein volkstümlicher Name erzählt eine tiefe Geschichte: Unser-Lieben-Frauen-Bettstroh – der Jungfrau Maria geweiht, seit dem Mittelalter als heiliges Schutzkraut für Mütter und Kinder verehrt. Hildegard von Bingen und Paracelsus schrieben über es, und in der germanischen Tradition wurde es zu Mittsommer gesammelt. Beim Räuchern entfaltet es einen süßlich-honigartigen, leicht heuartigen Duft – sanft, herzwärmend und still schützend.
Beschreibung:
Labkraut (Galium verum), auch Echtes Labkraut oder Gelbes Labkraut genannt, ist eines der poetischsten Heilkräuter Europas – und sein Beiname verrät seine besondere Geschichte: „Unsere Liebe Frau“ ist der alte volkstümliche Name für die Jungfrau Maria, der das Kraut seit dem Mittelalter geweiht ist. Der Legende nach lag Maria bei der Geburt Jesu auf einem weichen Lager aus Labkraut – seitdem gilt es als heiliges Schutzkraut. Eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) mit quirlständig angeordneten, nadelartigen Blättern und einem üppigen Teppich aus leuchtend gelben, honigduftenden Blüten. Für das Räuchern werden die getrockneten Blüten und Blätter verwendet.
Herkunft & Verbreitung:
Heimisch in ganz Europa und Asien, auf trockenen, sonnigen Standorten. In Deutschland auf Magerwiesen und Böschungen weit verbreitet. Der Name „Lab“ verweist auf die traditionelle Verwendung: Die Blüten enthalten Enzyme, die Milch zum Gerinnen bringen – sie wurden zum Käsemachen verwendet, daher auch der Name „Käsekraut“.
Rituelle Bedeutung & Geschichte:
Labkraut ist in der christlichen Volksmagie der Jungfrau Maria geweiht – daher auch der Name „Unser-Lieben-Frauen-Bettstroh“. Der Legende nach lag Maria bei der Geburt Jesu auf einem Lager aus Labkraut und Farnkraut. Seitdem gilt es als Schutzkraut für Mütter, Neugeborene und Kinder. In der germanischen Tradition war es ein Johanniskraut und wurde zu Mittsommer gesammelt. Es steht für Schutz, Reinheit, Mutterliebe, Sanftheit und göttliche Fürsorge.
Inhaltsstoffe:
Iridoide (Asperulosid), Flavonoide (Luteolin, Apigenin), Gerbstoffe, organische Säuren (Gallussäure, Zitronensäure), Cumarine, Saponine. Die honigartigen Blüten enthalten zusätzlich ätherische Öle, die beim Räuchern einen süßlich-warmen Duft entfalten.
Duftprofil beim Räuchern:
Süßlich-honigartiger mit leicht heuartigen, kräutig-warmen und zarten blumigen Noten – sanft, warm und herzwärmend. Der Rauch ist mild und angenehm. In Räuchermischungen wirkt Labkraut als süße, verbindende Mittelnote. Harmoniert hervorragend mit Johanniskraut, Schafgarbe, Lavendel, Rose und anderen Wiesenkräutern.
Labkraut räuchern - Wirkung & Wirkungsweise:
Sanft reinigend & schützend, herzwärmend & trostspendend, fördert Sanftheit und Mitgefühl, schützt Mütter und Kinder, verbindet mit der göttlichen Mutterenergie, schafft eine geborgene, liebevolle Atmosphäre.
Verwendung in Räuchermischungen:
Labkraut ist ein wunderbarer Bestandteil von Schutz-, Liebes- und Marienmischungen. Besonders geeignet für Johannismischungen, Schutzräucherungen für Neugeborene und Kinder sowie für Rituale rund um Mutterschaft und Fürsorge. Harmoniert schön mit Johanniskraut, Schafgarbe und Lavendel in sommerlichen Wiesenmischungen.
Volksmedizinische Tradition:
Labkraut war in der europäischen Volksmedizin als vielseitiges Heilkraut bekannt. Hildegard von Bingen und Paracelsus erwähnten es in ihren Schriften. Traditionell als Tee bei Nierenleiden und äußerlich als Wundkraut verwendet. Als Tee: 1–2 TL getrocknete Blüten und Blätter mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.
Die Angaben zur volksmedizinischen Verwendung sind rein informativ und ersetzen keine medizinische Beratung.

